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Letzte Aktualisierung:
13-Jul-2015
... mein DOS-Archivierungs-PC


Disketten- und Aufzeichnungsformate

Ein grundlegendes Problem bei der Archivierung alter Software war und ist bis jetzt, das die zu archivierenden Disketten in allen möglichen Formaten vorliegen, von 5,25" Single Sided - Single Density (SS-SD) bis 3,5" Double Sided - High Density (DS-HD). Und da reden wir noch nicht von 8" Formaten, von Magnetbändern, Lochkarten- und Lochstreifen und speziellen Laufwerken und Formaten, die es für die verschiedenen Homecomputern von Atari, Commodore, Apple, Sinclair und Amstrad u.s.w. gibt. Das Problem mit Letztgenannten wird weiter unten besprochen. Ausserdem findet man in den 80iger Jahren bei Disketten mit FM ("Frequency Modulation", Atari), MFM ("Modified Frequency Modulation", IBM) und GCR ("Group Coded Recording", Commodore, Apple) auch mindestens drei verschiedene Kodierungs- bzw. Aufzeichnungverfahren, die zur Anwendung kamen.

 


floppytypes
Disketten verschiedener Größen und Dichten

 

Unabhängig vom Formfaktor der Diskette (8", 5,25", 3,5") , der Anzahl der möglichen Spuren (tpi) und der Anzahl der Seiten, die beschrieben werden können ist die grundsätzliche Struktur des Formats, mit der ein Computersystem eine Diskette für die Verwendung mit einem Diskettenlaufwerk vorbereitet (Formatieren), immer gleich. Was passiert beim "Formatieren"? In der Schutzhülle der Diskette befindet sich der eigentliche Datenträger in Form einer mangnetisierbaren Scheibe. Das Diskettenlaufwerk des jeweiligen Computers dreht diese Scheibe mit 250 bis 360 Umdrehungen pro Minute und steuert den Schreib-/Lesekopf beim Formatierungsvorgang so, das eine bestimmte Anzahl konzentrischer Spuren (Zylinder) auf dieser Scheibe erzeugt werden. Dies geschieht, in dem der Schreib-/Lesekopf die Fläche unter ihm magnetisiert. Jede Spur bzw. Zylinder wird dabei gleichzeitig in mehrere Sektoren aufgeteilt. Ist eine Spur mit den darin liegenden Sektoren vollständig geschrieben, wird der Schreib-/Lesekopf durch einen Steppermotor auf die nächste Spur gesetzt und der Vorgang wiederholt sich, bis alle Spuren und Sektoren entsprechend des spezifischen Formats erzeugt sind. Grundsätzlich gilt: je höher der tpi-Wert einer Diskette ("tracks per inch" = Density) der Diskette, desto mehr Zylinder und Sektoren und sind theoretisch möglich. Die Speicherdichte auf auf der Diskette erhöht sich, und damit auch die Speicherkapazität.

floppyschematics
Diskettenformat mit Spuren und Sektoren

 

Eine Übersicht über die möglichen Formate unter DOS/Windows:

floppyformat
Tabelle 1, Quelle: Peronalcomputer, Technisches Lehrheft, www.controllersandpcs.de

 

In obiger Tabelle kann man sehen, das 5,25“ HD Disketten (96tpi) mit 80 Spuren formatiert werden, DD Disketten (48tpi) mit 40 (siehe Tabelle oben). Um die doppelte Anzahl Spuren auf gleicher Fläche unterzubringen, muss nicht nur die Disk-Oberfläche hochwertiger beschichtet werden, zudem muss ein HD-Laufwerk einen Schreib-Lesekopf besitzen, der die Spuren schmaler schreiben kann. Die Krux bei 5,25" - Laufwerken ist: das HD Laufwerk schreibt die Spuren auch so schmal, wenn es DD Disketten mit nur 40 Spuren formatiert. Beim Schreiben eines DD Images zurück auf DD Diskette werden diese bei der Benutzung auf 5,25" DD-Laufwerken quasi zu "read only", können nicht also mehr beschrieben werden. Bei 3,5" Laufwerken gibt es dieses Problem zwischen DD- und HD-Laufwerken nicht mehr. Um alle Formate unter DOS/Windows schreiben und wiederherstellen zu können, wird daher neben einem 3,5" HD und einem 5,25" HD zusätzlich noch ein drittes Laufwerk für das 5,25“ DD-Format benötigt.

floppyformat
Tabelle 2, Quelle: Peronalcomputer, Technisches Lehrheft, www.controllersandpcs.de

 

Hier noch eine kleine Übersicht der vorgenannten Homecomputer, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, es gibt noch weit mehr.

Hersteller Diskettenformat Seiten Density Kapazität in KiB
Amstrad / Schneider CPC 3" 1 Single 170
Amstrad /Schneider PCW/Joyce 3" 1 Double 170-720
Apple //e (DOS 3.22) 5,25" 1 Single 114
Apple //e (DOS 3.3) 5,25" 1 Single 140
Apple Mac 3,5" 1 Double 400
Apple Mac 3,5" 2 Double 800
Acorn Archimedes 3,5" 2 Double 800
Atari ST 3,5" 2 Double 720
Atari Falcon 3,5" 2 High 1440
BBC Micro 5,25" 1 Single/Double 100/200
BBC Micro 5,25" 2 Single/Double 200/400
Commodore 64 (1541) 5,25" 1 Single 170
Commodore 64/128 (1571) 5,25" 2 Single 340
Commodore 8050 5,25" 1 Double 500
Commodore 8250, SFD 1001 5,25" 2 Double 1024
Commodore Amiga 500/1000/2000 3,5" 2 Double 800
Commodore Amiga HD 3,5" 2 Double 1760
TI 99/4a 5,25" 1 Single 90K
Tandy TRS 80 5,25" 1 Single 90
Tandy TRS 80 (MultiDOS) 5,25" 1 Single 170
Tabelle 3

Einige dieser Formate stellen an einem DOS/Windows PC kein Problem dar, weitere lassen sich mit Programmen wie "OMNIDISK/OMNIFLOP" bearbeiten. Allerdings ist der Umgang mit Kommandozeilen-Tools wie dem Vorgenannten nicht jedermanns Sache. Andere Formate lassen sich ohne Hardware-Unterstützung mit handeslüblichen Laufwerken/Controllern unter DOS/Windows nicht lesen und/oder schreiben. Um hier vom PC aus Images zu ziehen können die Hardware-Erweiterungen "Kryoflux" oder "Supercrad Pro" verwendet werden. Dazu weiter unten mehr. Alternativ wäre in diesem Bereich noch "catweazle" (individual Computer) zu nennen. Dessen Verfügbarkeit ist allerdings sehr schlecht. Apple Mac und Commodore-Formate lassen sich am PC auch mit der zeitgenössischen, aber natürlich ebenfalls nicht mehr erhältlichen Hardware "Central Point Option Board" bewältigen.

Jetzt fehlen noch ca. 30-40 Formate des Betriebssystems CP/M. Einen Eindruck von den existierenden CP/M Diskettenformaten bekommen Sie, wenn Sie sich z.B. die Software "22DISK" (Sydex) herunterladen und dort die Formatauswahl aufrufen. Durch "22DISK" in Kombination mit einem toleranten Floppy-Controller (z.B. Adaptec 1542C) stellt das Lesen/Schreiben der meisten CP/M Formate - mit ein paar Ausnahmen - kein größeres Problem dar. Auch die Disk-Image Programme "TELEDISK" (Sydex) und "IMAGEDISK" (Dunfield) können nicht nur DOS-, sondern auch CP/M-Formate verarbeiten. Zudem gibt es einige CP/M Emulatoren für IBM-PC-Kompatible wie z.B. "Myz80", "22Disk" oder "ZRun". Die meisten der vorgenannten Tools finden Sie auf www.gaby.de/downl.htm.


 

Copyright @ 2004-2015 Wolfgang Kainz-Huber

Der Autor hat zwar im Rahmen seiner Möglichkeiten sorgfältig recherchiert, kann aber keine Verantwortung
für die Richtigkeit der Angaben übernehmen. Für alle konstruktiven Hinweise ist der Autor dankbar.

Quellen: Original PC Hardware Reference, www.computercraft.com